
Um mentales Training zu verstehen, müssen wir zuerst verstehen, was das Wort „mental“ bedeutet.
Viele Menschen haben eine gewisse Scheu davor, weil sie es mit „psychischen Problemen“ verbinden – mit Dingen, mit denen sie sich lieber nicht beschäftigen möchten.
Dabei ist genau dieser mentale Bereich das, was uns ein gutes Leben ermöglichen und unsere mentale Gesundheit schützen kann. Er hilft uns, nicht irgendwann im Leben gegen eine Wand zu laufen.
Beim Mentalen geht es um unsere Denkprozesse und darum, wie wir unsere Gedanken nutzen – entweder für konstruktives, unterstützendes Denken oder für destruktive Muster, bei denen wir uns von Gefühlen und Fantasien leiten lassen.
Mentales Training bedeutet mentale Gesundheit.
Im Sport ist mentales Training längst akzeptiert. Alle sind sich einig, dass es „Sperren im Kopf“ geben kann. Bei großen Meisterschaften wird besonders laut reagiert, wenn Sportler nicht so performen, wie wir es als Zuschauer erwarten.
Trotzdem sprechen wir ihnen keine psychischen Probleme zu. Wir sagen lediglich, sie müssten ihre Gedanken etwas „aufräumen“.
Und genau das gilt für uns alle – unabhängig davon, wer wir sind oder was wir tun. Auch wir dürfen unsere Gedanken ordnen. Das ist mentale Gesundheit.
Was ist mentales Training?
Viele Menschen sammeln über Jahre Gefühle an, ohne jemals gelernt zu haben, wie sie mit unangenehmen oder unerwünschten Emotionen umgehen können. Wir schieben sie „unter den Teppich“ oder sperren sie „in einen Schrank“, wo sie unbemerkt immer größer werden.
Man kann sich das wie einen Troll im Schrank vorstellen – einen Fantasietroll, der nur in unserer Vorstellung existiert.
Mentales Training bedeutet, Licht auf diesen Fantasietroll zu werfen, damit er seine Macht verliert.
Damit er nicht wieder entsteht, brauchen wir Verständnis dafür, warum er überhaupt zum Troll geworden ist. Erst dann kann echte Veränderung stattfinden. Genau das tut auch ein Sportler, wenn er eine innere Hürde überwindet und am Ende Gold holt.
Verstehen allein reicht nicht – es braucht auch Handlung
Es macht mich nachdenklich zu sehen, dass Vereine für psychische Gesundheit immer mehr Mitglieder haben. Das ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns ernsthaft stellen müssen. Reines Reden hilft niemandem, wenn daraus kein Handeln entsteht.
Rund um psychische Gesundheit haben sich viele Mythen gebildet. Diese gilt es aufzubrechen.
Wenn wir wirkliche Veränderungen erreichen wollen, brauchen wir ein neues Verständnis – und die Bereitschaft, anders damit umzugehen als bisher.
Mentales Training und mentale Gesundheit – für alle
Ich selbst habe im Laufe der Zeit viele Trolle aus meinem eigenen Schrank geholt. Das hat mich widerstandsfähiger und vorbereiteter für die Herausforderungen des Lebens gemacht. Voraussetzung dafür war, dass ich bereit war hinzuschauen und etwas zu verändern.
Die Methoden und Übungen gibt es. Sie helfen dabei, Vernunft und Fantasie in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Für mich geht es darum, dieses Wissen zugänglich zu machen und anderen die gleiche Chance zu geben – ganz gleich, ob sie Sportler sind oder nicht. 😉
Mentales Verstehen macht ein gutes Leben möglich.
