Nun, da wir den vierten und letzten Adventssonntag erreicht haben, wird die letzte Kerze angezündet und wir lassen das Wort Frieden unsere Gedanken und unser Herz erfüllen.
Die Adventszeit erinnert uns daran, wie wertvoll es ist, inmitten des hektischen Alltags Ruhe zu finden. Frieden bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Unruhe, sondern auch, einen inneren Raum zu schaffen, in dem wir atmen, präsent sein und Balance finden können.
Meine Tradition
Meine Tradition setzt sich mit Inger Hagerups Adventsgedicht fort, dessen letzter Vers wie folgt lautet:
Wir zünden heute Abend vier Lichter an
und lassen sie brennen
– für Sehnsucht, Freude, Hoffnung und Frieden,
aber vor allem für Frieden
auf dieser kleinen Erde,
auf der die Menschen leben.
Die Adventszeit hat uns mit Besinnlichkeit durch Freude, Hoffnung und Sehnsucht begleitet, und nun lade ich dich ein, über Frieden nachzudenken – sowohl über den Frieden, den wir in uns selbst schaffen – einen inneren Frieden, als auch über den Frieden, den wir mit anderen teilen können – einen äußeren Frieden.
Was ist Frieden?
Für viele mag Frieden wie ein ferner Traum erscheinen, insbesondere wenn wir Konflikte und Unruhen in den Nachrichten sehen. Dennoch beginnt der Weltfrieden mit den kleinen Schritten, die wir im Alltag unternehmen – jemanden mit einem Lächeln zu begegnen, zuzuhören, ohne zu urteilen, und zu Zusammenhalt beizutragen, wo immer wir sind.
Frieden ist ein Begriff, der sowohl innere als auch äußere Dimensionen umfasst. Einerseits geht es bei Frieden um einen inneren Zustand der Ruhe, Ausgeglichenheit und Sicherheit – dass man mit sich selbst im Reinen ist, das Leben so akzeptieren kann, wie es ist, und Freude am Alltag findet.
Andererseits ist Frieden auch etwas, das zwischen Menschen und in der Gesellschaft entsteht, wenn wir einander mit Respekt, Verständnis und der Bereitschaft begegnen, Meinungsverschiedenheiten durch Dialog zu lösen.
So wird Frieden sowohl zu einer persönlichen Erfahrung als auch zu einer gemeinsamen Verantwortung, bei der kleine Handlungen und ein warmer Blick weit über uns selbst hinaus Auswirkungen haben können.
Gemeinsame Reflexion zum 4. Advent
Was bedeutet Frieden für dich?
Vielleicht ist es das Gefühl, Zeit zum Durchatmen zu haben oder für eine Weile alle Sorgen loslassen zu können. Vielleicht entsteht Frieden, wenn du mit Menschen zusammen bist, die dir wichtig sind, oder wenn du akzeptierst, was du nicht ändern kannst.
Hier sind einige Fragen, die mir zu einem tieferen Verständnis von Frieden verholfen haben und die vielleicht Inspiration für deine Momente der Reflexion bieten können:
- Was gibt mir ein Gefühl von Frieden?
- Wie kann ich mehr Frieden in meinem Alltag schaffen?
- Auf welche Weise kann ich Frieden an andere weitergeben?
- Und nicht zuletzt: Wie kann ich zu einer friedlicheren Welt beitragen?
Frieden im Menschen beginnt oft mit der Bereitschaft, sich selbst und anderen mit Offenheit und Großzügigkeit zu begegnen.
Wenn wir die Ruhe in uns finden, werden wir empfänglicher dafür, das Gute um uns herum zu sehen und Beziehungen aufzubauen, die von Vertrauen und Respekt geprägt sind. Wenn wir uns Zeit zum Nachdenken und Nachfühlen nehmen, kann dies zu einem größeren Bewusstsein für unsere eigenen Werte und dafür beitragen, wer wir in dieser Welt sein wollen.
Frieden kann in kleinen Momenten auftauchen, zum Beispiel an einem stillen Morgen, bei einem Spaziergang in der Natur oder einfach nur, wenn man eine Kerze anzündet und seine Gedanken zur Ruhe kommen lässt.
Frieden ist auch ein aktiver Prozess, in dem wir Sicherheit, Hoffnung und Zusammengehörigkeit schaffen, sowohl in uns selbst als auch unter den Menschen um uns herum
- gemeinsam können wir etwas bewirken.
Begleite mich bei der Reflexion dieser Woche über das Wort FRIEDEN.
- Nutze gerne die Fragen, die ich geteilt habe, oder Fragen, die du selbst zum Thema Frieden hast. Beantworte sie für dich selbst, denn durch das Schreiben wird ein Bewusstseinsprozess ausgelöst, der neue Gedanken und ein neues Verständnis rund um das Wort Frieden hervorbringen kann.
- Nimm es mit in die Meditation oder in einen stillen Moment, in dem du die Augen schließen und Raum für Reflexion schaffen kannst.
- Achte auf die kleinen Momente, in denen Frieden entsteht, und erlaube dir, die Ruhe zu spüren, die er dir schenkt. Es ist ein Gefühl, das du zu jeder Tageszeit, egal wo du bist oder mit wem du zusammen bist, in dich aufnehmen kannst.
Vielleicht stellst du fest, dass Frieden nicht immer Stille sein muss – es kann eine innere Stärke sein, eine Gewissheit, dass du genau dort bist, wo du sein sollst.
